Fette

Alpha-Liponsäure

Die körperliche Substanz Alpha-Liponsäure, auch Thioctsäure genannt, besitzt eine vitaminähnliche Wirkung. Ihre aktive Form heißt Dehydroponsäure. Durch die strukturelle Verwandschaft der Liponsäure mit den Fettsäuren bekahm sie ihren Namen. Höhere Organismen, Pflanzen und Bakterien können die Liponsäure selbst herstellen, ob der menschliche Körper jedoch auch dazu fähig ist, ist noch nicht bekannt.

Dennoch war die Liponsäure schon in den fünfziger Jahren bekannt. Zu dieser Zeit hatte man sie schon aus dem Gewebe der Leber isoliert. Auch die Beschreibung ihrer Struktur, der physiologischen Funktion und der chemischen Eigenschaften stammt aus dieser Zeit.

Alpha-Liponsäure ist in den meisten Nahrungsmitteln nur in sehr geringer Menge enthalten. Die höchsten Thioctsäure-Werte können in Leber, Herz und Nieren gemessen werden. Auch in Fleisch, vor allem aber in Fisch sind etwas höhere Mengen an Alpha-Liponsäure enthalten.

Zufuhr:

Empfehlungswert scheint eine perorale Applikation, da diese Untersuchungen zuvolge eine Bioverfügbarkeit von 70% aufweist. Eine gewöhnliche Einnahme von alpha-Liponsäure wird auf 0,2 bis 1,0 g täglich dosiert.

Beachte:

Auch bei einer sehr hohen Dosierung sind Nebenwirkungen bei der Einnahme von alpha-Liponsäure-Präparaten auszuschließen. Selbst bei einer Langzeitzufuhr gelten 200 mg pro kg Körpergewicht noch als sicher.

Funktionen im Stoffwechsel:

Mit Metallen (Blei, Kupfer, Zink, Eisen, Quecksilber, Cadmium, Arsen und Mangan) kann die Alpha-Liponsäure eine Komplexbindung eingehen. Weil die Alpha-Liponsäure mit ihrer aktiven Form Dihydroliponsäure immer im Gleichgewicht liegt, kann man deren Bindungsfähigkeit mit Kobalt, Nickel, Quecksilber, Kupfer und Blei noch dazu rechnen. Diese Verbindung mit Dihydroliponsäure oder mit alpha-Liponsäure nimmt die Metalle aus Gewebe und Membranen heraus und mobilisiert sie.

Alpha-Liponsäure wirkt unter anderem als Cofaktor für verschiedene Enzyme wie beispielsweise alpha-Ketoglutaratdehydrogenase oder Pyruvatdehydrogenase. Noch dazu kann es das Coenzym A bei der Synthese von Fett teilweise ersetzen.

Dadurch, dass die Struktur von alpha-Liponsäure fettsäureähnlich ist, kann sie in eher wässrigen Kompartimenten wie Blut, Extrazellulärraum und Zellflüssigkeiten genau so wirken wie in den Membranen. Aus diesem Grund ist sie auch eine Vermittlerin zwischen dem in den wässrigen Kompartimenten enthaltenen Vitamin C und dem in den Membranen enthaltenen Vitamin E.

Durch die oben genannten Wirkungsweisen kann alpha-Liponsäure auch in folgenden Anwendungen positiv wirken:

Bei der Behandlung von Katarakt (Grauer Star) kann alpha-Liponsäure positiv wirken. Auch bei der Behandlung und Prävention von diabetischen Nervenstörungen (Polyneuropathie) kann alpha-Liponsäure angewandt werden. Zudem hat sie eine regulierenden Wirkung auf Fehlsteuerungen im Stoffwechsel von Diabetikern, wie z.B. verminderte Glukoseverwertung, erhöhte Glukose-Neubildung oder/und erhöter Fettsäureabbau. Zudem bewirkt alpha-Liponsäure eine stetige Linderung der Schmerzintensität und eine Verringerung der Nervenleitgeschwindigkeit. Die Dauer für eine Verbesserung der Symptome bei Diabetikern liegt jedoch bei einer Mindestanwendung von vier Monaten.

Auch die Verbesserung der Leberfunktionswerte, der klinischen Symptomatik bei einer Vergiftung durch Schwermetalle und eine Erhöhung der Ausscheidung von Schwermetallen im Urin sind Folgen einer erhöhten alpha-Liponsäure-Einnahme. Diese Vorteile bringen zwar auch Therapien mit anderen Komplexbildnern wie z.B. Penicillamin, BAL, oder ähnliche, aber dadurch dass alpha-Liponsäure eine orthomolekulare bzw. körpereigene Substanz ist, ist diese auch besser verträglich. So lassen sich durch die Einnahme von alpha-Liponsäure belastende Applikationen wie Infusionen durch eine perorale Gabe ersetzen und beispielsweise Zinkmangelerscheinungen wie Haarausfall, eine Verhornung der Haut (Hyperkratosen) usw. vermeiden, welche oft nach Penicillamin-Therapien auftreten.

reichhaltig an Alpha-Liponsäure:

Eine Tabelle ist leider nicht vorhanden.

Vorkommen:

Vor allem in Fleisch, Fisch, und davon in Leber, Herz und Nieren ist die Liponsäure enthalten (5-10 mg pro 100g Fleisch).

Zufuhr:

  • Frau: 0,2 bis 1,0 g,
  • Mann: 0,2 bis 1,0 g.

 

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