Vitamin B3, Vitamine

Vitamin B3 – Niacin

B-Vitamine haben, genau wie alle anderen Vitamine, wichtige Aufgaben in unserem Körper. Ausserdem ähneln sich die B-Vitamine in ihrer Struktur, ihren Eigenschaften und ihren Aufgaben. Alle sind wasserlöslich, weshalb sie auch innerhalb kürzester Zeit vom Körper aufgenommen, aber auch wieder ausgeschieden werden können. Durch unsere heutige Ernährungsweise, bzw. die industrielle Nahrungszubereitung gelangen nur noch sehr wenige B-Vitamine über unser tägliches Essen in den Körper. Dadurch kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Auch wird (durch große Mengen Zuckers) die Herstellung von Vitaminen im menschlichen Körper erschwert, bzw. ganz unmöglich gemacht. B-Vitamine arbeiten am liebsten zusammen, alleine führen sie ihre Arbeit mangelhaft aus, oder gar nicht.

Vitamin B3 wird auch Niacin genannt. Es kommt in zwei Formen in Lebensmitteln und Präperaten vor. Diese beiden werden Nikotinsäure und Niacinamid genannt. Der Körper kann beide gut in die aktive Form Niacin umwandeln.

Als Vitamin ist das Niacin einzigartig. Der Bedarf an Niacin kann nämlich durch die Einnahme von der Aminosäure Tryptophan gedekt werden. Solange unsere Nahrung also genügend Tryptophan enthält, brauchen wir uns über den Niacin-Gehalt keine Sorgen zu machen. Allerdings werden für ein mg Niacin ca. 60 mg Tryptophan gebraucht. Es stellt sich daher die Frage, ob man nicht doch genügend Niacin über die Nahrung einnehmen sollte, schließlich wird Tryptophan nicht nur als Niacin-Liferant gebraucht.

Vorkommen:

Niacin und die B-Vitamine sind vor allem in Getreide-Keimlingen, -Schalen, im Reis, in Bierhefe, oder in der Zuckermelasse (wird fast immer den Masttieren verfüttert), enthalten.

Zufuhr:

  •  Schwangere brauchen ca. 20 mg und Stillende Frauen benötigen etwa 25 mg Niacin pro Tag.
  • Kinder und Jugendliche benötigen für ihr Wachstum und um ihre Energie erneuern zu können zwischen 25 und 50 mg an Vitamin B3.
* bis 1 1-3 4-6 7-9 10-12 13-14 15-18 ab 19
Frau 25-50 mg 25-50 mg 25-50 mg 25-50 mg 25-50 mg 15 mg
Mann 25-50 mg 25-50 mg 25-50 mg 25-50 mg 25-50 mg 18 mg

* empfohlene Richtwerte des DGE.

Beachte:

Überdosierung von Nikotinsäure (über 500mg) löst Nebenwirkungen wie z.B. Erweiterung der Kapillargefäße (=>Kribbeln und Rötung der Haut, Senkung des Blutdrucks, Schwindel), Erhöhung des Harnsäurewerts und des Glukose-Spiegels im Blut, Funktionsstörungen der Leber, Gefahr eines Geschwürs im Verdauungstrakt,… Sie lassen sich rückgängig gemacht werden, wenn die Einnahme von Nikotinsäure gestoppt wird. Nimmt man Nikotinsäure trotz den Nebenwirkungen über einen längeren Zeitraum ein, so gewöhnt sich der Körper daran. Wird Nikotinsäure auf nüchternen Magen eingenommen, so sind die Effekte auf den Körper noch heftiger. Deshalb sollte sie immer nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Wird Niacin in Form von Niacinsäure eingenommen, so hat dies keinerlei Nebenwirkungen auf unseren Körper.

Resorption:

Nikotinsäure wird angewandt, um das Verhältnis der Blutfette zu verbessern. Bei diesem Vorgang werden das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin und das HDL-Cholesterin erhöht. Sie vermag aber auch, den Blutdruck zu senken, was die Risiken von Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich herabsetzen kann.

Niacinamid kann die Entwicklung von Nierenstörungen bei Diabetikern hinauszögern und verlangsamen.

Niacin kann auch die Behandlung von Osteoartritis (Knochenentzündung) unterstützen. Ganz besonders, wenn diese in den Knien auftritt.

Bei Diabetes hilft Niacin bei der Kontrolle des hohen Blutzuckerspiegels. Es ist ein Teil des GTF (Glukosetoleranz-Faktor).

Geisteskrankheiten wie Schizophrenie kann durch Niacin-Präperate (und gezielte andere Nährstoffabgaben) gemildert und sogar geheilt werden. Dies kann neben einer traditionellen medizinischen Behandlung oder als alleinige Heilmethode geschehen.

Treten Kopfschmerzen in Verbindung mit dem prämenstruellen Syndrom oder Migräne auf, haben diese Patienten eine sehr gute Heilungschance durch Niacin.

Und auch in der Leber hilft es duch seine antioxidative Wirkung bei der Entgiftung des Körpers. Es bietet diesem wichtigen Organ Schutz vor der giftigen Wirkung von Pestiziden, Chemikalien Alkohol und Medikamenten.

Beachte:

Bei einem Mangel an Niacin (Pellagra) treten folgende Mangelerscheinungen auf:

Angstzustände, Besorgnis, Müdigkeit, Gereiztheit, Orientierungsschwierigkeiten, Delierium, Schlaflosigkeit, Emotionsschwankungen, Konfusion (Zerstreutheit), Psychose (Paranoia, schwere Depressionen, Halluzinationen), Kopfschmerzen, Appetitverlust, Röte, Risse, Schuppen, verhärtete Stellen der Haut (an dem Sonnenlicht ausgesetzten Stellen & an Ellbogen, Knie, Nacken, Handrücken, Unterarme), entzündete und geschwollene Zunge, gesprungene Lippen, Mundgeruch, empfindliches Zahnfleisch, Muskelschwäche, Magenerweiterung und -schwellung, Blähungen, Durchfall und Übelkeit (bis zum Erbrechen).

Ein Niacin-Mangel tritt auf, wenn in der Nahrung zu wenig Niacin enthalten ist. Innerhalb von 2 oder 3 Wochen kann es bei dauerhafem niacinarmem Essen zu Mangelerscheinungen kommen.

Auch starker Alkoholkonsum (-missbrauch) führt dazu, dass ein Mangel an Vitamin B6 und Vitamin B12 entsteht und dadurch aus Tryptophan kein Niacin mehr hergestellt werden kann. So kann ebenfalls ein Mangel an dem wichtigen Vitamin B3 entstehen.

Sogar die Einnahme bestimmter Medikamente, der Proteinabbau während Krankheiten (Fieber, Krebs,…) oder starke Verlrtzungen/Verbrennungen erhöhen den Bedarf an Niacin enorm, was unter anderem, Grund für einen Mangel sein kann.

reichhaltig an Vitamin B3:

Lebensmittel Menge mg
Bierhefe 100g 35,6
Erdnüsse 100g 14
Kalbsleber 100g 14
Thunfisch 100g 10,5
Hühnerbrust 100g 10,5
Getrocknete Pfirsiche 1 Tasse 8,2
Herz 100g 7,4
Heilbutt 100g 5,9
Vollkorgetreide 1 Tasse 5,2
Champignons 100g 4,7

Vorkommen:

Vor allem in

  • Bierhefe
  • Erdnüssen
  • Kalbsleber
  • Thunfisch
  • Hühnerbrust
  • getrocknete Pfirsiche
  • Herz
  • Heilbutt
  • Vollkorngetreide und
  • Champignons

ist Vitamin B3 enthalten.

Zufuhr:

  • Frauen: Normal:15 mg, Schwangere: 20 mg, Stillende: 25 mg
  • Männer: 18 mg
  • starker Energie-Verbrauch: je nach Anstreng-ung mehr.
  • Kinder: brauchen mehr, da sie meist reine Energiebündel sind und alles an ihnen wächst (zwischen 25 und 50 mg)

Resorption:

Niacin ist wichtig für

  • die Zellatmung,
  • die Zellenenergie,
  • den Kreislauf,
  • den Kohlenhydrat-, Fett-, Eiweiß- und Hirnstoffwechsel,
  • die Stimmungslage,
  • den Schlaf,
  • die Herztätigkeit,
  • die Cholesterinkontrolle,
  • die Muskeln,
  • das Bindegewebe,
  • die Magensäure-produktion und
  • die Magen-Darm-Tätigkeit.

Es kann durch

  • zu wenig Niacinaufnahme,
  • starken Alkoholkonsum,
  • die Einnahme bestimmter Medikamente und
  • bestimmte Krankheiten (auch Fieber/Krebs)

zu Pellagra (Niacin-Mangel) kommen.

Back to list