Vitamine

Vitamine

Vitamine haben sich über Milliarden von Jahren entwickelt. Sie sind mikroskopisch kleine Moleküle. Doch trotz ihrer winzigen Größe leisten Vitamine großartiges im Stoffwechsel von Menschen, Tieren und Pflanzen. Dort bringen sie nämlich alle lebendigen Prozesse in Gang.

Moleküle sind Verbindungen einzelner Atome. Es gibt ganz kleine Moleküle, die aus nur zwei Atomen bestehen, manch andere Moleküle jedoch bestehen sogar aus Hunderten, Tausenden oder sogar noch mehr Atomen. Ein Wassermolekül z.B. ist ein ganz kleines Molekül, das aus drei Atomen (zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom) besteht.

Unter modernen Mikroskopen, den sog. Hochleistungs-Chromatografen oder Atom-Absorptions-Spektoskopen können problemlos Atome und Moleküle betrachtet werden. Wenn diese noch vor ein paar Jahren im Bereich eines Nanogramms (das ist ein Milliardstel Gramm) untersucht wurden, können sie heute im Picogramm-Bereich (billionstel Gramm) oder im Femtogramm-Bereich (billiardstel Gramm) untersucht werden. Mit anderen Worten heißt das, dass Wissenschaftler in Blut- oder Gewebeproben die enthaltenen Moleküle schon fast zählen können. Die Anzahl der verschiedensten Moleküle auf und in dem Planeten Erde grenzt bereits ans Unendliche.

Eine ganz besondere Art der Moleküle sind jedoch die Vitamine. Sie ermöglichen nämlich erst das Leben. Ein Beispiel dafür: Wenn ein Zinkatom in unserem Blut schwimmt, ist es so tot wie das Metall Zink eben ist. Verbindet sich jedoch ein Vitamin mit diesem Atom, so wird es innerhalb einer Sekunde springlebendig.

In unserem Körper gibt es ungefähr 70 Billionen Körperzellen, in denen Metall- und andere Atome darauf warten, von Vitaminen lebendig gemacht zu werden. Traurig ist nur, dass viele, in unseren Körperzellen enthaltene Atome vergeblich auf die Vitamine warten, da wir mit unserer Nahrung zu wenige oder zu einseitig Vitamine aufnehmen.

Durch den Fortschritt in der Technik wurden in den letzten Jahren sogar „neue“ Vitamine entdeckt. Neu sind sie daher nicht, da diese schon immer vorhanden waren, jedoch erst vor relativ kurzer Zeit entdeckt wurden.Das sind meistens Eiweißmoleküle, die urplötzlich wie Vitamine wirksam werden, bzw. sich als solche entpuppen. Zu diesen Quasi- oder Pseudo-Vitaminen gehören unter anderem Coenzym Q, Carnitin, Bioflavonide und Panthenin.

Auch das Wissen um die Vitamine hat sich stark gesteigert. Vor einigen Jahren waren nur die Vitamine A, C, D, E, K und acht unterschiedliche B-Vitamine bekannt. Heute jedoch weiß man, dass es allein 13 B-Vitamine gibt, von einigen von diesen gibt se sogar bis zu sechs verschiedene Erscheinungsformen, die alle wiederum auf unterschiedliche Art wirken. Dann wurden noch hunderte Vorstufen von Vitaminen entdeckt, die teilweise sogar noch wirkungsvoller wirken, als das Vitamin selbst. Bei den Vitaminen C und D gibt wurden jeweils vier verschiedene Moleküle entdeckt und von den Tocopherolen des Vitamins E sind inzwischen 12 bekannt.

Da unser Körper ein richtiger „Nimmersatt“ auf Vitamine ist und ständig nach neuen Vitaminen verlangt, hat die Natur dafür gesorgt, dass wir die Vitamine besonders schnell abbauen und dem Körper übergeben können. Vitamin C z.B. wird schon im Mund über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die anderen Vitamine werden im Magen-Darm-Trakt noch schneller als die anderen Nährstoffe aus den Lebensmitteln herausgelöst und über das Blut zu den Zellen transportiert.

Es wurde sogar entdeckt, dass mit den Vitaminen Befindlichkeitsstörungen, Beschwerden und Krankheiten durch eine ausreichende und ausgeglichene Aufnahme von Vitaminen geheilt werden können. Ärzte schätzen sogar noch heute oftmals die Wirkung der Vitamine falsch ein und behandeln durch Vitaminmangel entstandene Leiden dadurch falsch. Denn es müssen nicht nur genügend Eiweiß, Eisen und auch Hormone vorhanden sein, sondern auch ausreichend Vitamine, damit die eben genannten Stoffe verstoffwechselt werden können.

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