Vitamin B1, Vitamine

Vitamin B1 – Thiamin

B-Vitamine haben, genau wie alle anderen Vitamine, wichtige Aufgaben in unserem Körper. Ausserdem ähneln sich die B-Vitamine in ihrer Struktur, ihren Eigenschaften und ihren Aufgaben. Alle sind wasserlöslich, weshalb sie auch innerhalb kürzester Zeit vom Körper aufgenommen, aber auch wieder ausgeschieden werden können. Durch unsere heutige Ernährungsweise, bzw. die industrielle Nahrungszubereitung gelangen nur noch sehr wenige B-Vitamine über unser tägliches Essen in den Körper. Dadurch kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Auch wird (durch große Mengen Zuckers) die Herstellung von Vitaminen im menschlichen Körper erschwert, bzw. ganz unmöglich gemacht. B-Vitamine arbeiten am liebsten zusammen, alleine führen sie ihre Arbeit mangelhaft aus, oder gar nicht.

Thiamin ist das Vitamin B1. Es ist sehr verletzlich und kann schon durch Lagerung, Hitze oder Gefrieren zerstört werden. In rohem Fisch, in Austern, oder in anderen Schalentieren ist ein Enzym enthalten, das es dem Vitamin B1 unmöglich macht, zu überleben. Auch Alkohol, Medikamente (Pille), Nikotin oder der Genuss von Zucker entziehen dem Körper Thiamin. Und pflanzliche Gerbstoffe (Tannine beispielsweise in Tee oder Rotwein enthalten) lassen das Vitamin B1 oxidieren.

30 mg Thiamin sollte immer vorrätig in unserem Körper enthalten sein. Der tägliche Bedarf dieses wichtigen Vitamins liegt bei ca. einem halben mg pro 1.000 verbrauchten Kalorien.

Die aktive Form von Thiamin ist eine Verbindung mit Magnesium. Diese wird TPP genannt und bewirkt als lebenswichtiges Coencym die Energieproduktion. Im Nervensystem befindet sich Thiamin in den Zellwänden der Nervenstränge. Es hilft dort bei der Übermittlung von Nervenimpulsen an das Gehirn und an die peripheren Nervenzellen. Auch bei der Umwandlung der wichtigen Neurotransmittern Acetylcholin, Serotonin und ähnlichen ist Vitamin B1 im Gehirn beteiligt.

Sogar bei der Wundheilung ist Thiamin tätig. Es hilft bei der Herstellung von Kollagen. Kollagen ist das Protein, welches für den Aufbau im Körper zuständig ist. Somit wirkt sich ein Mangel an Vitamin B1 auch auf die Wundheilung aus. Thiamin-Mangel bedeutet schlechte Wundheilung.

Vorkommen:

Thiamin und die B-Vitamine sind vor allem in Getreide-Keimlingen, -Schalen, im Reis, in Bierhefe, oder in der Zuckermelasse (wird fast immer den Masttieren verfüttert), enthalten.

Zufuhr:

  • Schwangere Frauen benötigen ca. 1,5 mg Thiamin, während Stillende Frauen sogar 1,6 mg Vitamin B1 verbrauchen.
  • Sportler benötigen je nach Kalorienverbrauch mehr Thiamin, als Nichtsportler. (Pro 1.000 Kalorien ½ mg Vitamin B1zusäzlich)
  • Kinder und Jugendliche verbrauchen wärend dem Wachstum ebenfalls mehr Vitamin B1. Auch durch Fieber, Verbrennungen, Stress, Einnahme oraler Verhütungsmittel (Pille), Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Lebererkrankungen ist der Bedarf an Thiamin deutlich höher als normal.
* bis 1 1-3 4-6 7-9 10-12 13-14 15-18 ab 19
Frau 2-5 mg 2-5 mg 2-5 mg 2-5 mg 2-5 mg 1,1-1,3 mg
Mann 2-5 mg 2-5 mg 2-5 mg 2-5 mg 2-5 mg 1,2-1,4 mg

* empfohlene Richtwerte des DGE.

Beachte:

Durch seine Empfindlichkeit kann Vitamin B1 sehr schnell durch Lagerung, Hitze, Kälte oder bestimmte Enzyme zerstört werden.

Erst Mengen von über 200 mg täglich können Schwindel verursachen. In ganz seltenen Fällen wurden allergische Reaktionen festgestellt, wenn das Vitamin intravenös verabreicht wurde.

Resorption:

Thiamin seltene Fälle von Blutarmut (Anämie) können mit Thiamin erfolgreich behandelt werden, wenn sie ein ähnliches Blutbild, wie Folsäure-Anämie oder Vitamin-B12-Mangel aufweisen.

Vitamin-B1-Präperate können (am besten mit einem hochdosierten Vitamin-B-Komplex eingenommen), das Immunsystem stärken.

Besonders ältere Menschen, die an chronischem Herzversagen leiden, sollten sich auf einen Thiamin-Mangel untersuchen lassen, gerade dann, wenn die konventionelle Therapie keinen Erfolg zeigt. Auf eine Therapie mit Vitamin-B1-Präperaten reagieren solche Patienten meist positiv.

Mangelerscheinungen von Thiamin, welche gerne bei Menschen mit einem hohen Alkoholkonsum auftreten, können durch entsprechende Präperate gelindert, teilweise sogar ganz aufgehoben werden.

Bei körperlichem Training und harter körperlicher Arbeit werden oft die Thiamin-Speicher im Körper ausgeschöpft und bei zu wenig Vitamin-B1-Zufuhr durch die Nahrung kann ein Mangel entstehen. Durch mehr Thiamin-Aufnahme (Nahrung oder chemische Präperate) kann dieser Mangel wieder beseitigt werden.

Chronische Schmerzen (Nervenentzündungen, eingeklemmte Rückennerven) oder Nervenstörungen bei Diabetikern können durch eine reichliche Thiamin-Zufuhr gelindert werden, da die Schmerzgrenze bei einem Mangel an Thiamin empfindlich herabgesetzt werden kann.

Bei Nervosität, Depressionen und bei der Alzheimer Krankheit kann eine höhere Vitamin-B1-Zufuhr positiv wirken. Besonders dann, wenn bei eben genanntem Angstzustände dabei sind. Speziell mit der intravenösen Verabreichung von Thiamin kann sogar Patienten mit Multipler Sklerose geholfen werden.

Beachte:

Mangelerscheinungen bewirken folgende Symptome:

Konzentrationsmangel, Verwirrungszustände, Reizbarkeit, Streitsucht, Depression oder geistige Trägheit, Lern- und Gedächtnisstörungen, häufige Kopfschmerzen, geschwächtes Immunsystem, Nervenschwäche, unnormale und unkontrollierte Augenbewegungen, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Appetitmangel, Herzrhythmusstörungen, Verstopfung, Scheratmigkeit, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, schwache Muskulatur, schwankender Gang, allgemeiner Schwächezustand, schlechtere Reaktion, Kribbeln in den Armen, niedriger Blutdruck, Blutarmut (Anämie), heftiges Herzklopfen, Herzversagen, Herzvergrößerung, Ödeme, schlechte Wundheilung.

reichhaltig an Vitamin B1:

Lebensmittel Menge mg
Bierhefe 30g 3,6
Sonnenblumenkerne 100g 1,95
Weizenkeime 100g 1,76
Schweinskotlett 100g 0,85
Schinken 100g 0,80
Hafermehl 100g 0,65
Vollkorngetreide 100g 0,54
Naturreis 100g 0,40
Erbsen (grün) 100g 0,32
Kartoffeln 100g 0,12

Vorkommen:

Vor allem in

  • Bierhefe
  • Sonnenblumenkerne
  • Weizenkeime
  • Schweinskotlett
  • Schinken
  • Hafermehl
  • Vollkorngetreide
  • Vollkorngetreide
  • Naturreis
  • Erbsen (grün) und
  • Kartoffeln

ist Vitamin B1 enthalten.

Zufuhr:

  • Frauen: Normal: 1,1 bis 1,2 mg, Schwangere: ca. 1,5 mg, Stillende: ca. 1,6 mg
  • Männer: 1,3 bis 1,4 mg
  • Sportler: Je 1.000 Kalorien ½ mg Thiamin mehr
  • Kinder brauchen mehr, da sie meist reine Energiebündel sind und alles an ihnen wächst.
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