Aminosäuren, Taurin

L-Taurin

Luo Han Guo Frucht

Taurin ist eine Aminosäure, welche in freier Form am häufigsten in Blutplättchen, im Nervensystem und in den Muskeln zu finden ist, da sie keine strukturellen Proteine (z.B. Muskel- oder Bindegewebsfasern) bildet.

Normalerweise wird der Bedarf an Taurin über unsere Nahrung und die Synthese in unserem Körper gedeckt. Jedoch kann diese Aminosäure nur sehr schlecht vom Körper hergestellt werden. Desshalb kommt er bei einer taurinarmen Ernährung sehr schnell zu einem niedrigen Taurinspiegel oder gar zu einem Mangel. In diesem Fall sollten unbedingt Taurin-Präparate eingenommen werden.

Durchschnittlich werden zwischen 40 und 400 mg Taurin täglich aufgenommen. Da Taurin jedoch nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt, nehmen Vegetarier nur sehr geringe Mengen dieser Aminosäure zu sich. Veganer nehmen sogar kein bisschen Taurin über die Nahrung auf. In diesen beiden Fällen ist es ratsam, Taurin-Supplemente ein zu nehmen.

Zufuhr:

Schätzungen zufolge liegt der tägliche Bedarf an Taurin zwischen 50 und 125 mg. Wird Taurin als Präparat verabreicht, so ist es meist zu 0,5 bis 4,0 g pro Tag dosiert.

Auf leeren Magen eingenommen, kann Taurin optimal vom Körper verarbeitet werden.

Da Taurin durch Cystein vom Körper synthetisiert werden kann, ist es auch möglich satt einem Taurin- ein Cystein-Präperat ein zu nehmen, um damit die leeren Taurin-Speicher zu füllen. Dieser Vorgang wird jedoch erst durch Vitamin B6 ermöglicht. Am wirkungsfollsten sind damit kombinierte Cystein- und Vitamin-B6-Präparate.

Beachte:

Eingenommene Taurin-Präparate können Magenverstimmungen und bei Kindern sogar Schläfrigkeit hervorrufen. Weitere Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Funktionen im Stoffwechsel:

Taurin ist ein wirksames Antioxidans. Außerdem kann diese Aminosäure Chemikalien, Gifte und Medikamente in der Leber binden und entgiften. Dadurch wird unser Körper vor der schädlichen Wirkung derselben geschützt.

Befor die Gallensäure in den Verdauungstrakt gelangt, wird ihr in der Leber Taurin (+Glycin) zugefügt. Für die Fettresorption der Gallensäure ist Taurin unerlässlich. Und zusammen mit Kalzium hat Taurin eine stabilisierende und damit auch „beruhigende“ Wirkung auf die leicht reizbaren Zellmembranen in Blutplättchen, Nerven und Herz.

Zu guter letzt unterstützt Taurin auch beim Wachstum, bei der Entwicklung des Gehirns und der Augen fleißig mit. Da Taurin aus ganz verschiedenen kleinen Neurotransmittern und Proteinen zusammengesetzt ist, welche alle eine wichtige Rolle bei der Funktion des Nervensystems spielen, ist es für diese Vorgänge unersetzbar und ein Mangel fatal.

Angewand wird eine zusätzliche Einnahme von Taurin beispielsweise bei chronischen Lebererkrankungen. Durch diese wird meist die Bildung von Taurin behindert und die Risiken von Mangelerscheinungen werden um so höher.

Auch wenn die Vorläuferstoffe (die Aminosäuren Methionin und Cystein) kaum im Körper vorhanden sind, ist eine Umwandlung zu Taurin unmöglich und ein Mangelzustand sehr wahrscheinlich.

Durch seine antioxidative Wirkung senkt Taurin das Risiko, an chronisch-degenerativen Krankheiten wie z.B. Krebs, Arteriosklerose und Arthritis zu erkranken.

Neugeborene, welche mit der Flasche aufgezogen werden, haben ein erhöhtes Risiko, einen Taurinmangel zu erleiden, als Säuglinge, welche gestillt werden. In der Muttermilch ist nämlich genügend Taurin enthalten, das für das rasante Wachstum des Kindes gebraucht wird. Von den meisten Flaschennahrungen kann man das nicht behaupten. In diesem Fall sollte zusätzliches Taurin dem Baby verabreicht werden.

Menschen, die wegen Leber-, Gallenblasen- oder Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen, Fette nur mit Mühe abbauen können, erleichtern mit der Einnahme von Taurin-Supplementen die Aufnahme von Fett und fettlöslichen Vitaminen durch die Wirkung von Taurin auf die Gallensäure.

In Verbindung mit Zink findet sich Taurin in den Nervenzellen. Hier wirkt es stabiliserend. Epilepsie-Patienten weisen oft einen sehr geringen Taurin-Spiegel auf. Zusätzliches Taurin zusammen mit Zink kann deshalb die Epilepsie positiv beeinflussen.

Taurin steigert die Aktivität des Herzmuskels, weshalb es bei arteriellen Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und Herzmuskel-Erkrankungen, die zu Herzinsuffizienz führen, eine positive Wirkung aufweist. Auch die Herzzellen werden stabilisiert. Dadurch eird die Gefahr von Herzrhythmusstörungen verringert.

Zudem senkt Taurin das Risoko von Herzinfarkten und Schlaganfällen, indem es das Verklumpen der Blutplättchen (Thrombozyten) vermindert. Besonders Diabetiker sollten diese Wirkung beachten, da Taurin damit auch vor Augen- und Nierenerkrankungen schützt, welche als Spätfolgen von Diabetikern gefürchtet werden.

Bei hohem Blutdruck kann Taurin helfen. Es ist besonders wirksam, wenn es in Verbindung mit Kalziumpräperaten verabreicht wird.

Bei der Entgiftung des Körpers spielt die Aminosäure ebenfalls eine große Rolle. Es bindet Chemikalien, Pestizide und andere Umweltgifte, entzieht denselben die giftigen Stoffe und regt deren Ausscheidung aus dem Körper an. Damit Schützt und Taurin vor Schäden durch toxische Stoffe aus der Umwelt und aus der Nahrung.

reichhaltig an Taurin:

Lebensmittel Menge mg
frische Muscheln 100g 240
Austern 100g 70
Thunfisch 100g 70
Schweinefleischfilet 100g 50
Hammelfleischkeule 100g 47
Rindfleischfilet 100g 36
Hühnerschlegel 100g 34

Vorkommen:

Vor allem in

  • frische Muscheln
  • Austern
  • Thunfisch
  • Schweinefleischfilet
  • Hammelfleischkeule
  • Rindfleischfilet und
  • Hühnerschlegel

ist Taurin enthalten.

Zufuhr:

  • Frau: 50 bis 125 g,
  • Mann: 50 bis 125 g.

Resorption:

Durch keine oder wenig Aufnahme tierischer Nahrungsmittel kann es zu einem Mangel an Taurin kommen.

Vegetarier und besonders Veganer sind davon betroffen.

 

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