Aminosäuren, L-Arginin

L-Arginin

Luo Han Guo Frucht

Arginin und Ornithin sind von unserem Körper leicht umformbare, eng verwandte Aminosäuren. Sie können zwar im menschlichen Körper synthetiziert werden, dennoch gibt es Situationen, in denen ein Mangel an ihnen besteht.

Starkes Wachstum (in der Schwangerschaft, bei Neugeborenen oder bei heranwachsenden Kindern), chronische Erkrankungen, Verletzungen und Verbrennungen sind solche Situationen. In einem dieser Fälle ist es dann besonders wichtig, dass Arginin und Ornithin über die Nahrung oder als Präparate aufgenommen werden und den Bedarf dieser Aminosäuren decken.

Arginin ist besonders in Samen und Nüssen reich enthalten. Auch in Fleisch, Fisch und einigen Getreidekörnern finden sich beträchtliche Mengen an Arginin.

Zufuhr:

Die Zufuhrsempfehlung von Arginin- und Ornithin-Präparaten liegt bei erwachsenen Menschen etwa bei 1,5 bis 6 g pro Tag.

Arginin und Ornitin ist meist auf 0,5 g Dosiert. Die Supplemente sollten jedoch über den Tag verteilt und auf nüchternen Magen eingenommen werden. Dadurch, dass Lysin die Aufnahme von Arginin verschlechtert, kann letzteres besonders gut bei einer Lysin-armen Diät aufgenommen werden.

Beachte:

Einnahmemengen von 1-6 g täglich sind bei gesunden erwachsenen in der Regel sehr gut verträglich. Wird Arginin allerdings in hohen Dosen eingenommen, können Diarrhöe auf Grund der schlechten Aufnahmefähigkeit ausgelöst werden. Bei der Einnahme von Ornitin-Präparate dagegen ist es möglich, dass bei einzelnen Personen eine Schlaflosikeit entstehen kann.

Funktionen im Stoffwechsel:

Da Arginin das Wachstum von Tumoren hemmen kann, spricht man hier von einer antikarziogenen (krebshemmenden) Wirkung der Aminosäure.

Zudem regt sie die Produktion der weißen Blutkörperchen an, was zu einer stärkung des Immunsystems führt.

Auch bei verschiedenen Metabolismen wirkt Arginin (und auch Ornithin) mit. Es löst die Freisetzung verschiedener, wichtiger Hormone (z.B. Wachstumshormon aus der Hirnanhangdrüse, die auch Hypophyse genannt wird, Insulin aus der Bauchspeichel-drüse, die auch Pankreas genannt wird, und Norepinephrin aus der Nebenniere.) aus.

Auch bei der Produktion von Stickoxid ist Arginin beteiligt. Stickoxid ist ein wichtiger, regulativer Stoff im Gehirn und in den Blutgefäßen, der die Neuronenübermittlung im Gehirn, die Produktion von weißen Blutkörperchen und die Erweiterung von Blutgefäßen (Dilatation) kontrolliert.

Beim Protein-Metabolismus bilden Arginin und Ornithin Stationen des Harnstoff-Zykluses in der Leber. Der Harnstoff-Zyklus ist der metabolische Weg, überflüssigen Stickstoff aus dem Körper auszuleiten. Arginin hat dabei eine Schlüsselrolle. Der in den Aminosäuren enthaltene Stickstoff muss durch den Harnstoff-Zyklus mit dem Urin ausgeschieden werden, wenn die Aminosäure in Energie umgewandelt wird. Dieser Effekt wird dadurch ausgelöst, dass dem Körper eine proteinreiche Nahrung zugeführt wird und dieser dadurch mehr Proteine erhält, als er braucht.

Arginin kann bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit beim Mann eingesetzt werden und dort positiv wirken. Bei Unfruchtbarkeit beim Mann ist der Arginin-Spiegel meist niedriger, als normalerweise. In der Regel sind die männlichen Samen sehr reich an Arginin. Dadurch kann durch die Einnahme von Arginin-Prätaraten die Zahl der Spermien erhöht und deren Bewegungsfähigkeit gesteigert werden. Auch das Wachstum der durch Chemikalien oder Vieren verursachte Tumoren wird durch die Einnahme von Arginin verlangsamt. Diese zweite Wirkung wird darauf zurückgeführt, dass die Aminosäure das Immunsystem anregt, krebsfördernde Stoffe zu bekämpfen.

Präparate mit Arginin und Ornithin verstärken die Immunabwehr, indem sie die Produktion der weißen (aktiveren) Blutzellen anregen.

Auch Wundheilungsprozesse können durch die gewebserneuernde Wirkung von Arginin-Supplementen beschleunigt werden, da die Aminosäure die Ablagerung von Kollagen an der Wunde anregt.

Sogar bei Stress wird Arginin aktiv. Es bewirkt, dass die Stresshormone Norepinephrin und Epinephrin in der Nebenniere ausgeschüttet werden.
Zudem hilft die Aminosäure dem Körper Proteinspeicher zu erhalten, wenn bei Verletzungen, gößeren Operationen oder gar chronischen Krankheiten die Proteine schneller Agebaut werden als normal. Ornithin- und Arginin-Präparate können die Leber vor den Schäden giftiger Medikamenten-Inhaltsstoffe und Chemikalien schützen.

Durch einen niederen Arginin-Wert in von Arteriosklerose befallen Körperteilen werden Verengungen der Blutgefäße rund um die arteriellen Ablagerungen hervorgerufen. Diese behindern noch zusätzlich die Blutzirkulation. Mit der Einnahme von Supplementen in denen Arginin enthalten ist, lässt sich die Produktion von Stickoxid erhöhen und damit auch der Blutkreislauf verbessern.

Noch dazu bewirkt es die Senkung des Cholesterin-Spiegels im Blut. Auch die Wirkung von Insulin wird bei Diabetikern unterstützt. Das ist für diese Menschen eine Erleichterung bei der Erhaltung ihrer normalen Blutzucker- und Fettspiegel. Ein weiterer Vorteil von Arginin bei Diabetes ist, dass es die Blutplättchen am Verkumpten behindert und damit den Blutfluß verbessert. Besonders bei den Augen und den Nieren von Diabetikern ist das wichtig, da diese dann nicht so anfällig für die sogenannten Spätfolgen sind.

Dadurch, dass hohe Dosen von Präparaten mit Arginin und oder Ornithin das Wachstum fördern, bzw. die Ausschüttung des Wachstumshormons veranlassen, können diese klein gebliebenen Kindern helfen. Weil aber die Wachstumshormone auch zu einem starken Muskelaufbau verhelfen und den Abbau von Fetten anregen, kann die Einnahme von Arginin und Ornithin für Athleten und Bodybuilder vorteilhaft sein. Zusammen mit physischen Übungen und Körpertrainin mit Gewichten wird dadurch die Muskelmasse enorm gesteigert.

Beachte:

Durch vermehrtes Wachstum, wie es in der Schwangerschaft, dem Säuglingsalter oder in Kinderjahren vorkommt, kann ein Mangel an den beiden Aminosäuren verursacht werden. Auch durch chronische Krankheiten, Verletzungen und Verbrennungen steigt der Bedarf an Arginin und Ornithin drastisch an.

reichhaltig an Arginin:

Lebensmittel Menge mg
Erdnüsse 100g 4.360
Weizenkeime 100g 2.300
Sojabohnen 100g 2.200
Haselnüsse 100g 2.030
Garnelen 100g 1.740
Hünerbrust 100g 1.350
Thunfisch 100g 1.250
Haferflocken 100g 870
Hühnerei 1 mittleres 450

Vorkommen:

Vor allem in

  • Erdnüssen
  • Weizenkeimen
  • Sojabohnen
  • Haselnüssen
  • Garnelen
  • Hünerbrust
  • Thunfisch
  • Haferflocken und
  • Hühnereiern

ist Arginin enthalten.

Zufuhr:

  • Frau: 1,5 bis 6 g,
  • Mann: 1,5 bis 6 g.

Resorption:

Durch

  • vermehrtes Wachstum (Schwangerschaft, Säuglings- und Kinderalter)
  • chronische Erkrankungen
  • Verletzungen und
  • Verbrennungen

kann es zu einem erhöhten Bedarf an Arginin und Ornithin und dadurch auch zu einem Mangel dieser Aminosäuren kommen.

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